Analoge Kameras · Mittel- & Großformat

Agfa Isolette III

· 6 Min. Lesezeit

Vorderseite der originalen Agfa Isolette III Bedienungsanleitung mit Abbildung der Klappkamera
  • Mittelklassesegment
  • Mittel- & GroßformatArt
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Einführung: Die Isolette III auf einen Blick

Die Agfa Isolette III ist eine horizontale Klappkamera, die zwölf quadratische 6x6 cm Aufnahmen auf einem 120er-Film festhält. Sie wurde von Agfa Kamerawerk in München als Spitzenmodell der Isolette-Familie gebaut und zeichnet sich durch ihren eingebauten Rangefinder aus. Wenn Sie die Idee von analogen Kameras mögen, die sich flach in eine Manteltasche falten lassen, ist dies ein sehr lohnender Einstieg.

Der Rangefinder ist nicht mit dem Objektiv gekoppelt, man misst die Entfernung also zuerst und stellt sie dann selbst am Objektiv ein. Damit ist sie eine gute Ergänzung zu den anderen Rangefinder-Kameras in unserem Sortiment.

Das Fotografieren mit einer Klappkamera im Mittelformat verlangsamt einen auf angenehme Weise. Mit nur zwölf Aufnahmen pro Film und einem Objektiv, das man von Hand einstellt, achtet man auf Licht, Entfernung und Bildaufbau, bevor man überhaupt auslöst.

Designwurzeln und historischer Hintergrund

Eine Familie quadratischer Klappkameras

Der Name Isolette steht für eine Reihe kompakter Klappkameras von Agfa Kamerawerk in München, alle für 6x6 cm Aufnahmen auf 120er-Film. Camera-wiki.org bezeichnet die Isolette III als das am besten ausgestattete Modell der Reihe. In der Übersicht der Serie werden die Modelljahre 1952-58 angegeben, während im eigenen Absatz zum Modell 1951-60 steht. Am sichersten lässt sich daher sagen, dass die Kamera aus den frühen bis späten 1950er Jahren stammt.

In den USA wurde dieselbe Kamera als Ansco Speedex Special R verkauft.

Rangefinder- und Objektivoptionen

Was die Isolette III von anderen Modellen unterscheidet, ist der Rangefinder im erhöhten Oberteil. Man dreht an einem kleinen Rändelrad, bis sich die beiden Bilder im Sucher decken, liest dann die Entfernung ab und überträgt sie auf das Objektiv. Scharfgestellt wird durch Verschieben der vorderen Linse, wie bei jeder Isolette. Spätere Modelle haben links auf der Deckplatte eine Filmerinnerung, an der Stelle, an der frühere Modelle eine Schärfentiefenskala tragen.

Die Objektiv- und Verschlusskombinationen variierten. Manche Kameras haben ein Apotar 85 mm f/4.5 mit einem Pronto- oder Prontor SV- oder SVS-Verschluss. Andere haben ein Solinar 85 mm f/4.5 mit einem Synchro-Compur, und spätere Kameras können ein Solinar 75 mm f/3.5 mit einem Prontor SVS oder Synchro-Compur tragen. Die Bedienungsanleitung deckt zwei Versionen ab: das Apotar mit Prontor SV und das Solinar mit Synchro-Compur.

Wichtige technische Highlights

Format, Film und Öffnung

Laut Handbuch verwendet die Kamera normalen 120er-Film und liefert zwölf 6x6 cm Negative. Die Bilder werden über ein rotes Fenster auf der Rückseite gezählt: Nach dem Schließen der Rückwand drehst du über die Startmarkierungen hinaus weiter, bis die Zahl 1 erscheint.

Die Kamera öffnet sich von selbst. Ein leichter Druck auf die Sicherheitsverriegelung löst die Objektivfassung, die in die Arbeitsposition gleitet.

Rangefinder- und Belichtungssteuerung

Im Handbuch wird der Rangefinder als eingebaut, aber nicht gekoppelt bezeichnet. Du drehst den geriffelten Anzeigering, bis die beiden Sucherbilder übereinstimmen, liest die Entfernung vom Ring ab und überträgst sie dann auf den Fokusring am Objektiv. Bei der Synchro-Compur-Version reichen die Blenden von f/4.5 bis f/22, und der Verschluss bietet B sowie Zeiten von 1 Sekunde bis 1/500 s.

  • 6x6 cm Bilder, zwölf pro Rolle 120er-Film
  • Ungekoppelter Rangefinder mit geriffeltem Rad am oberen Gehäuse
  • Frontlinsenfokussierung am Objektiv
  • Selbstausklappende Objektivfassung, die durch die Sicherheitsverriegelung gelöst wird
  • Synchro-Compur-Version: f/4.5 bis f/22, B und 1 bis 1/500 s

Nutzung in der Praxis 2026

Wo die Isolette III überzeugt

Die Isolette III eignet sich für alle, die Mittelformat-Negative aus einem klein zusammenfaltbaren Gehäuse möchten. Das große quadratische Negativ bietet viele Details.

Verwende sie für:

  • Porträts und Stillleben
  • Landschafts- und Reisebilder, die du später zuschneiden kannst
  • Schwarz-Weiß-Projekte

Praktische Tipps zum Fotografieren

  • Miss die Entfernung, übertrage sie auf das Objektiv und hebe die Kamera erst dann zum Bildaufbau an.
  • Verwende einen Handbelichtungsmesser, um die Belichtung einzustellen.
  • Drehe direkt nach jeder Aufnahme im roten Fenster zur nächsten Nummer weiter, um Doppelbelichtungen zu vermeiden.

Kauf- und Pflegeanleitung

Worauf man vor dem Kauf eines gebrauchten Modells achten sollte

Arbeite diese Liste bei gutem Licht durch:

  • Die Objektivfassung sollte sich gleichmäßig ausfahren lassen und fest einrasten.
  • Schau durch das Objektiv und achte auf Schleier, Pilzbefall und Kratzer, und prüfe Sucher- und Rangefinder-Fenster auf Schmutz.
  • Löse den Verschluss bei jeder Geschwindigkeit aus und achte auf langsame oder hakelige Zeiten, und prüfe, ob die B-Einstellung funktioniert.
  • Drehe das Rangefinder-Rad und prüfe, ob die beiden Bilder sauber zusammenlaufen.
  • Öffne die Rückwand und prüfe auf Lichteinfall, etwa durch abgenutzte Dichtungen, kleine Löcher im Balgen oder Risse in den Ecken.

Leuchte in einem dunklen Raum mit einer Taschenlampe in den geöffneten Balgen und achte auf winzige Lichtpunkte von außen.

Film und Stromversorgung

Dies ist eine Filmkamera, daher geht es praktisch eher um Film als um Batterien. Alles, was du brauchst, ist 120er-Film.

  • Kaufe frischen 120er-Film und prüfe das Ablaufdatum, bevor du ihn einlegst.
  • Halte das rote Zählfenster abgedeckt, wenn du den Film nicht gerade weiterdrehst.

Grundpflege und Zubehör

Ein paar Fotozubehörteile helfen dabei, eine Faltkamera in gutem Zustand zu halten:

  • Eine weiche Tasche oder kleine Tasche zum Schutz von Balgen und Objektiv
  • Ein Mikrofasertuch und ein Blasebalg für Objektiv und Sucherfenster
  • Ein Handbelichtungsmesser für zuverlässige Belichtung
  • Ein kompaktes Stativ für lange Verschlusszeiten

Was man zahlt

Auf europäischen Marktplätzen wie eBay werden funktionierende Exemplare typischerweise für rund 115–180 € angeboten. Zustand und Version entscheiden darüber, wo eine Kamera in dieser Spanne landet.

Fazit: Ein taschentauglicher Klassiker im Quadratformat

Die Agfa Isolette III vereint ein großes 6x6 cm Negativ, ein flach zusammenklappbares Gehäuse und einen eingebauten rangefinder in einem kompakten Paket. Das manuelle Messen und Einstellen der Entfernung macht sie langsam, aber auch reizvoll.

Wenn du Mittelformat ausprobieren möchtest, ohne eine schwere Ausrüstung zu tragen, ist eine gut geprüfte Isolette III eine charmante Wahl. Prüfe Balgen, Verschluss und Objektiv sorgfältig und halte etwas frischen 120er-Film bereit.

Häufig gestellte Fragen

Welchen Film verwendet die Agfa Isolette III? Sie verwendet normalen 120er-Rollfilm und liefert zwölf Negative im Format 6x6 cm pro Rolle.

Ist der rangefinder mit dem Objektiv gekoppelt? Nein. Der rangefinder ist eingebaut, aber nicht gekoppelt, du liest also den Abstand ab und stellst ihn dann selbst am Fokussierring ein.

Welche Objektive hatte die Isolette III? Exemplare sind mit einem Apotar 85 mm f/4.5 oder einem Solinar 85 mm f/4.5 ausgestattet, und spätere Kameras können ein Solinar 75 mm f/3.5 haben, jeweils kombiniert mit einem Prontor- oder Synchro-Compur-Verschluss.

Wie hieß die Isolette III in den USA? Dort wurde sie als Ansco Speedex Special R verkauft.

Wo finde ich die Bedienungsanleitung der Isolette III? Die Original-Bedienungsanleitung steht auf dieser Seite unter dem ersten Foto als kostenloser PDF-Download zur Verfügung.

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Quellen: Original-Bedienungsanleitung der Agfa Isolette III; Isolette auf camera-wiki.org, Text lizenziert unter GFDL 1.3; Preisspanne basierend auf aktuellen eBay-Angeboten.