Eine kurze Geschichte des Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7
Das Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 wurde als Standard-Festbrennweite für Mamyias späte 35mm-SLR-Filmkameras entwickelt. Es gehörte zur „E“-Serie, bot eine schnelle f/1.7-Blende, kompakte Größe und eine einfache Handhabung – ein praktisches Alltagsobjektiv für Fotografen, die mehr Licht und Kontrolle wollten als ein einfaches Kit-Zoom bieten konnte.
Im Gegensatz zu bekannteren M42- und Bajonettanschlüssen wurde der Mamiya E-Anschluss nie zum Massenstandard. Als Autofokus-Spiegelreflexkameras die Bühne betraten, wurden viele dieser Objektive in Schubladen, Kamerataschen und Dachbodenboxen verbannt. Jahrelang lagen sie ungenutzt da und warteten still darauf, von einer neuen Fotografengeneration wiederentdeckt zu werden.
Heute haben spiegellose Kameras diesen Objektiven ein zweites Leben geschenkt. Ihre kürzeren Auflagemaße machen es möglich, selbst obskure Bajonettanschlüsse zu adaptieren, und Fotografen, die nach einem unverwechselbaren Look suchen, wenden sich Optionen wie dem Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 zu, um sich vom klinischen Aussehen moderner Gläser abzuheben.
Ich fand einmal ein altes 50mm-Objektiv ganz hinten in einer Schublade, noch mit Deckel und staubig. Aus Neugier adaptierte ich es an eine moderne spiegellose Kamera, voll erwartend matschige Ergebnisse – stattdessen sah ich leuchtende Highlights, sanften Abfall und eine Art analoge Wärme, die ich jahrelang versucht hatte, in der Nachbearbeitung zu imitieren. Das war der Moment, in dem ich aufhörte, „vergessene“ Objektive zu unterschätzen.
Optischer Charakter und technische Merkmale
Wiedergabe und Bokeh
Das Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 ist bekannt für sein cremiges Bokeh und die angenehme Freistellung des Motivs. Offen bei f/1.7 zeigt es leichte Weichheit und geringeren Kontrast, besonders zu den Rändern hin – genau die Art von „Unvollkommenheit“, die Porträt- und Straßenfotografen oft für Stimmung und Atmosphäre suchen.
Abgeblendet auf etwa f/4–f/5.6 wird das Objektiv deutlich schärfer, behält dabei aber einen sanften Hintergrundunschärfeeffekt. Die Farben tendieren zu einer subtilen, analogen Palette statt der kräftigen Sättigung moderner Vergütungen. Besonders Hauttöne profitieren von dieser sanften Wiedergabe, was den Bedarf an aufwändiger Retusche verringern kann.
Verarbeitung und Handhabung
Mechanisch ist das Objektiv kompakt und solide, mit einem manuellen Fokussierring, der sich bei guten Exemplaren sanft durch seinen Verstellweg dreht. Der Blendenring rastet in Standard-Vollstufen ein, sodass Sie auch ohne elektronische Kommunikation mit dem Objektiv am digitalen Gehäuse nach Gefühl arbeiten können.
Den Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 ins digitale Zeitalter bringen
Adapter und Kompatibilität
Die Verwendung dieses Objektivs an einer modernen spiegellosen Kamera ist durchaus möglich, erfordert jedoch etwas Planung. Der Mamiya E-Mount ist relativ selten, daher benötigen Sie entweder einen speziellen Adapter oder ein Umrüstkit, das den Mount auf einen gängigeren Standard wie M42 ändert.
- ✔ Überprüfen Sie die Adapterkompatibilität vor dem Kauf.
- ✔ Informieren Sie sich vor dem Kauf über Adapteroptionen.
- ✔ Aktivieren Sie die manuelle Fokushilfe in den Kameraeinstellungen.
- ✔ Verwenden Sie Fokus-Peaking oder Vergrößerung für präzisen manuellen Fokus.
- ✔ Testen Sie bei Offenblende (f/1.7) die gewünschte Weichheit, bevor Sie ganze Sets fotografieren.
- ✔ Erwägen Sie einen UV- oder Diffusionsfilter für kreative Bokeh-Kontrolle.
Spiegellose Systeme wie Sony E, Canon RF und Fujifilm X sind besonders geeignet wegen ihres kurzen Auflagemaßes und der starken manuellen Fokussierhilfen. Einmal montiert, verhält sich das Objektiv wie jedes voll manuelle Festbrennweitenobjektiv: Sie stellen die Blende am Ring ein und fokussieren manuell, während Ihre Kamera Belichtung und ISO übernimmt.
Optimierung Ihrer Kameraeinstellungen
Um das Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 an digitalen Kameras optimal zu nutzen, aktivieren Sie Fokus-Peaking oder Vergrößerung und stellen Sie Ihre Kamera auf „Auslösen ohne Objektiv“ oder Äquivalent ein. Das Fotografieren im RAW-Format bietet mehr Flexibilität, um Kontrast und Farbe anzupassen, den Charakter des Objektivs zu bewahren und gleichzeitig Szenen mit geringem Kontrast auszugleichen.
Kauf und Pflege eines gebrauchten Exemplars
Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten
Da jedes Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 auf dem Markt jetzt ein gebrauchtes Objektiv ist, ist der Zustand entscheidend. Eine sorgfältige Inspektion hilft, unangenehme Überraschungen im Einsatz zu vermeiden.
- ✔ Kontrollieren Sie auf saubere, klare Optik.
- ✔ Drehen Sie den Fokusring, um die Laufruhe zu prüfen.
- ✔ Überprüfen Sie, ob die Blendenlamellen sauber einrasten.
- ✔ Leichter Staub ist akzeptabel; vermeiden Sie starken Pilzbefall oder Dunst.
- ✔ Achten Sie auf Dellen oder Einschläge am Filterring und Bajonett.
Bitten Sie nach Möglichkeit um Beispielbilder, die bei f/1.7 und f/5.6 aufgenommen wurden. So lassen sich Dezentrierungen, Fokusprobleme oder starke Dunstschleier erkennen, die bei statischen Fotos des Objektivs selbst möglicherweise nicht auffallen.
Einfache Pflegetipps für Langlebigkeit
Sobald das Objektiv Ihnen gehört, bewahren Sie es bei Nichtgebrauch mit Deckel auf, lagern Sie es an einem trockenen Ort und vermeiden Sie extreme Temperaturschwankungen. Ein einfacher Blasebalg hilft, Staub von den vorderen und hinteren Linsen zu entfernen, und ein hochwertiges Reinigungstuch beseitigt Fingerabdrücke und leichte Verschmutzungen.
Kreative Anwendungen, die seinen Charakter zeigen
Porträts mit Persönlichkeit
Das Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 glänzt als Porträtobjektiv sowohl an Vollformat- als auch APS-C-Kameras. Offenblendig erzeugt es einen sanften, schmeichelhaften Glanz, der die Haut weichzeichnet und die Augen scharf hält, wenn der Fokus sitzt. Abgeblendet auf f/2.8–f/4 sorgt es für Schärfe und behält dabei ein dezentes, vintagehaftes Bokeh im Hintergrund.
Straßen-, Detail- und Videoarbeiten
Für die Straßenfotografie bietet die Brennweite von 50mm eine natürliche Perspektive, die Sie nah am Geschehen hält, ohne offensichtliche Verzerrungen. Ihr etwas geringerer Kontrast kann hartes Mittagslicht mildern und hilft, Lichter sanfter auslaufen zu lassen. Videografen schätzen hingegen das manuelle Fokussiergefühl und die organische Wiedergabe, besonders in Kombination mit Diffusionsfiltern für einen noch traumhafteren Look.
Warum dieses Objektiv auch 2025 noch wichtig ist
Eine nachhaltige, charakterstarke Alternative
In einer Welt von ultra-korrekten, hochauflösenden Optiken erinnert das Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 daran, dass Fotografie nicht nur Perfektion bedeutet. Seine analoge Farbsignatur, das cremige Bokeh und die bescheidenen Eigenheiten machen es zu einem kraftvollen kreativen Werkzeug, besonders für Fotografen, die möchten, dass ihre Bilder greifbar und zeitlos wirken statt hyper-digital.
Die Wahl eines gut gepflegten gebrauchten Objektivs ist auch eine nachhaltige Entscheidung. Sie verlängern die Lebensdauer präzise gefertigter Optiken und reduzieren die Nachfrage nach Neuproduktionen, während Sie Zugang zu einem Look erhalten, den die meisten modernen Objektive einfach nicht nachbilden können.
Egal, ob Sie ein kleines Set charaktervoller Festbrennweiten aufbauen oder Ihrer modernen Ausrüstung mehr Vielfalt verleihen möchten – dieses unscheinbare 50mm verdient einen Platz in Ihrer Tasche. Durchstöbern Sie unsere Auswahl an gebrauchten Kameraobjektiven, um zu sehen, wie das Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 – und andere Vintage-Schätze – Ihre Sichtweise verändern können.
FAQs
Kann ich das Mamiya-Sekor E 50mm f/1.7 an meiner spiegellosen Kamera verwenden? Ja, mit einem passenden Adapter oder einer Mount-Konvertierung. Spiegellose Systeme wie Sony oder Fujifilm können es effektiv für vollständig manuelle Fokussierung nutzen.
Ist es einfach, Adapter für den Mamiya E-Mount zu finden? Adapter sind relativ selten. Viele Nutzer konvertieren das Objektiv mit einem Modifikationskit oder 3D-gedruckten Teilen auf einen M42-Anschluss, daher sollten Sie vor dem Kauf die Verfügbarkeit von Adaptern oder Konvertierungen überprüfen.
Was unterscheidet das Mamiya 50mm f/1.7 von anderen Vintage-Objektiven? Es liefert cremiges Bokeh, weichen Kontrast und eine charakteristische analoge Farbwiedergabe und bietet eine charakterstarke Alternative zum ultra-scharfen, kontrastreichen Look vieler moderner Objektive.
Sollte ich mir wegen kleiner Staubpartikel im Objektiv Sorgen machen? Kleine interne Staubpartikel sind bei einem Objektiv dieses Alters normal und haben in der Regel nur minimale Auswirkungen auf die Bildqualität in der Praxis, es sei denn, sie sind übermäßig oder treten zusammen mit Dunst oder Pilzbefall auf.
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